Gastbeitrag: Jonny
So, zum ersten mal in meinem Blog darf ich nun als Gastblogger meinen Mitreisenden und Freund Jonny begrüßen: Jonny, wie läufts bis jetzt hier im Land der unbegrenzten Möglichkeiten?
Ja da kann ich nur mit “bombig” antworten Dominik! Weil du schon so ausführlich, liebevollst und detailgenau von all unseren Abendteuern und Eskapaden berichtet hast, bleibt mir nichts anderes übrig als einen kurzen subjektiven Kommentar zu unserer Zeit in New York abzugeben. Vorweg zum Wichtigsten: Das Bier läuft, im negativem Sinne. Wieso muss ich mich fragen ob ich jetzt Sprite, Bier oder Leitungswasser, alle mit verwechselbaren Geschmack, bestellt habe wenn ich einen Schluck aus der Flasche nehme. Und viel schlimmer, wieso habe ich meine Brille in der Bar nicht aufgehabt. Wenn man ein Bier in einer Bar bestellt, sollte man nicht einfach nicken wenn der Barkeeper auf eine weit entfernte Bierflasche mit nicht entzifferbarem Aufdruck zeigt. Man endet nämlich mit einem komplett überteuertem, nach __ schmeckenden Bud Light, wo nur die Ehre verhindert, dass nicht mehr raus als reingeht. Wenigstens sah die Flasche funky aus. Man weiß halt erst was man hat, wenn es einem fehlt: Die badische Staatsbrauerei. Beeindruckend finde ich auch die Vorliebe der Amerikaner für Sicherheitskontrollen. Wieso wir auf dem Weg zur Freiheitsstatue öfters kontrolliert werden als am Flughafen bei Einreise und Ausreise zusammen verstehe ich nicht. Es wäre ja nicht so, dass man die Waffen nicht vorbeischmuggeln könnte oder einfach einen Hintereingang missbrauchen. Da kommt wohl die Mentalität der Amerikaner ins Spiel. Wer nichts zu verbergen hat, kann auch seine Waffe offen tragen oder so ähnlich. Nett sind die Amerikaner aber alle. Wenn man fragend in die Runde schaut bekommt man oft Hilfe angeboten. So sind wir auch ins Gespräch mit einer Amerikanerin gekommen, deren Erzählungen zufolge mindestens schon 13 Ex Ehemänner hatte, aber sie hat uns in das ABC des illegalen Eintrittskartenkaufens eingeführt. Gebracht hat es uns wenig, weil wir am Ende doch nicht so scharf auf ein schon angefanges Spiel für überteuerte Preise waren und ohne ihre Hilfe die Gestalten alle zu gefährlich aussahen um mit ihnen zu feilschen. Aber sonst habe ich Eindruck, dass New York eine sehr sichere Stadt ist. Das zeigt auch ein Blick ins amerikanische Fernsehen, das übrigens sehr amüsant zu schauen ist. Wenn sämtliche Sender fast schon Spezialsendungen funken, weil in einer Bar eine Frau verschlagen wurde, brauche ich hier wohl keine Angst zu haben. Da seh ich persönlich an einem Abend in Karlsruhe mehr Prügeleien. Einen Orden verdienen allerdings die Polizisten und vor allem die Feuerwehristen im Einsatz. Nicht selten sieht man Kolonnen von Einsatzfahrzeugen mit Sirene und Blinklicht an einer Strassenecke stehen, mit einer voller Ladung Einsatzmänner im Wagen sitzend, die gemütlich auf irgendwas warten. Bis sie irgendwann wieder abfahren, als ob nichts gewesen sei, und wohl auch nichts gewesen ist. Wenn man jetzt meinen Kommentar liest, könnte man auf die Idee kommen ich langweile mich und finde alles hier schlecht. Auch wenn das auf das MoMa zutreffen könnte (so ganz zugeben will ich nicht, dass es doch nicht so grausig war), ist es für den Rest der Tour nicht der Fall. Und das nicht nur weil die schönen Mädels mich umschwärmen und mit mir posieren wollen. Da kann man natürlich nicht nein sagen. Ich freue mich auf jeden Fall noch wahnsinnig auf die restliche Zeit in den USA und nachdem Fahrrad fahren in New York so unbequem und schwierig ist, wächst die Vorfreude auf die nächste Station Washington unaufhaltsam.